Astrid Lindgren – oder die Realität hinter Fiktion

Wer mein Debüt „Die 13. Jungfrau“ (einschließlich der „Hintergründe zur 13. Jungfrau“) ganz am Schluss) gelesen hat, weiß, wie sehr mich die Geschichten der unvergleichlichen Astrid Lindgren beeinflusst haben.

Michel

Umso schöner für mich zu lesen, dass Astrid Lindgren es in ihren Büchern, mit ihren Figuren ähnlich gehalten hat wie ich.

Wer dieser Michel war, davon hatte ich selbst noch keine Ahnung, aber das kümmerte mich vorerst auch wenig. Und auf einmal, ohne dass ich wusste, wie, bekam der Knirps Leben und fing an, Streiche zu machen; er war einfach nicht mehr zurückzuhalten.

Das klingt irgendwie sehr nach Melwyns „eruptivem Charakter„, oder etwa nicht?

Ungleich mehr aber haben mich jene Zeilen von Astrid Lindgren berührt:

Bei der Glaubensbefragung auf Katthult wird Lina vom Pastor gefragt: „Na, Lina, wie hießen also unsere Ureltern?“ Und Lina erwidert ohne zu zögern: „Thor und Freya.“

Um aber bei der Wahrheit zu bleiben, es war nicht diese Lina, sondern ein ganz anderes småländisches Heidenkind, das bei einer Glaubensbefragung so geantwortet hat, als Samuel August [Astrid Lingdrens Vater] dabei war, und er hat diese Antwort in der Schatzkammer seiner Erinnerungen aufbewahrt, die angefüllt war von Schwänken und Histörchen aus dem småländischen Leben und Treiben.

Ganz abgesehen von dieser unvergleichlichen Szene, dank derer die ein wenig schlichte Magd Lina sich einen ewigen Platz in meinem Herzen erobert hat, als ich fünf oder sechs war und das Hörspiel hörte – es berührt mich so ungemein, dass Astrid Lindgren in ihren Büchern die Erinnerungen ihres Vater für die Ewigkeit festgehalten hat.

Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, dass sie die „Schatzkammer seiner Erinnerungen“ so großzügig geöffnet und mit Millionen von Kindern geteilt hat.

Und ja, auch in meinen Manuskripten stecken – neben penibel recherchierten historischen Fakten – ganz alltägliche Erlebnisse, Personen, Geschehnisse, die es so in meinem Leben gibt oder gegeben hat. Und deshalb freut es mich so ungemein, wenn ich erfahren darf, dass mein Buch in der Lage ist, Leser zu berühren.

Denn dann fühle ich mich der großartigen Astrid Lindgren – wo auch immer sie jetzt ist – ein Stückchen näher.

Danke. Hoffentlich werden ihre Bücher noch lange Zeit Kinderseelen formen.

4 Gedanken zu “Astrid Lindgren – oder die Realität hinter Fiktion

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