Marketing: Das Ding mit dem Marktwert | Teil 5

Teil 5 | Verlag vs. Selfpublishing sowie Leseproben

Als Autorin, die Wikinger im Herzen trägt, will ich eigentlich vor allem eines:

Meine Leser kopfüber in die Welt nordischer Mythen und Legenden stürzen, ihre Vorurteile ausräumen über den Wikinger an sich – und sie knisternde Romantik unter rauer Schale entdecken lassen.

Aber da ich vor nichts zurückschrecken will, gibt es in dieser Serie einen Einblick, wie ich das Marketing für meine Bücher angehe, und, man sollte es nicht für möglich halten, aber nachdem es erst nur anstrengend und lästig war, macht es inzwischen richtig Spaß!

erst machen wir es

Langsam aber sicher mutiere ich zum „Isländer im Herzen“

In den ersten vier Beiträgen ging es hauptsächlich um Social Media.

Aber bevor man sich ans Marketing macht, sollte man sich Gedanken machen, ob man den Weg über einen Verlag geht oder Selfpublishing anstrebt.

Beides hat Vor- und Nachteile.

Verlag

Was ich in dem knappen Jahr, seitdem mein Debüt erschienen ist, durch den Austausch mit anderen Verlagsautoren gelernt habe:

Man kann sich nicht zurücklehnen und davon ausgehen, dass der Verlag das mit dem Marketing übernehmen wird – es sei denn, es handelt sich um einen extrem engagierten Kleinverlag oder man befindet sich in der glücklichen Lage, das ein großer Verlag bereit war, einen Vorschuss im mittleren 4-stelligen Bereich zu bezahlen.

Doch die Schwierigkeit besteht ja meist darin, überhaupt  einen Verlag zu finden, der das vorliegende Werk nicht nur veröffentlichen, sondern erfolgreich am Markt platzieren kann.

Um insbesondere Neu-Autoren vor herben Enttäuschungen zu bewahren,  hat Elena MacKenzie einen informativen Blogbeitrag verfasst und mir freundlicherweise erlaubt, auf ihn zu verweisen.

Ich weiß nicht, wie andere Autoren bei ihrer Verlagssuche vorgehen, aber ich selbst habe eine Liste im Kopf, die ich durcharbeite.

  • Internetauftritt
  • Cover
  • Anzahl Veröffentlichungen
  • Im Handel erhältlich?
  • Lektorat und Korrektorat
  • Wenn ihr bezahlen sollt!

komplette Liste mit den ausführlichen Hinweisen lesen

Ein sehr wichtiger Hinweis, der mir noch gegeben wurde:

Achte darauf, dass dein Buch möglichst perfekt in eine Schublade passt, die vom Verlag bereits erfolgreich angeboten wird.

Verlage nutzen gewissermaßen Werbe-Schablonen. Das macht auch Sinn, denn eine Werbekampagne nur für einen einzigen Autor, gar ein einziges Buch würde sich niemals wirtschaftlich rentieren. Stattdessen hängen sie – wie im Kleiderladen – Blusen zu Blusen, Röcke zu Röcken, Kleider zu Kleidern und Hosen zu Hosen.

Es macht aber keinen Sinn, bspw. mit einem Motto-T-Shirt in leuchtenden Farben und mit einem flapsigen Spruch darauf zu versuchen, in einer schicken Boutique unterzukommen. Selbst wenn die Besitzerin das mitmachte – ihre Kundschaft würde nur höchst irritiert die Augenbrauen hochziehen ob des unkonventionellen Stücks.

Kenne deine Zielgruppe, wurde mir als Tipp gegeben, als ich mich dafür entschied, den Weg des Selfpublishing einzuschlagen, und inzwischen habe ich erkannt: Das ist nicht nur wichtig für Autoren, die ihr Werk selbst herausbringen, sondern ebenso für angehende Verlagsautoren.

Denn eine Verlagsbewerbung macht nur Sinn, wenn der Verlag deinen Wunschleser in größerer Anzahl bereits als Kunden hat.

Selfpublishing

Es gibt etliche Blogs und Internetseiten, die sich mit dem Thema Selfpublishing beschäftigen.

Sehr übersichtlich für den Einstieg finde ich die Self-Publishing-Artikelserie von Julia L. Jordan. Lest euch die Artikel einfach mal der Reihe nach in Ruhe durch, wenn ihr am Überlegen seid, ob ihr euch für Verlag oder SP entscheiden sollt.

Julia L. Jordan hat auch ein interessantes Interview mit gleich vier Buch-Bloggerinnen geführt:

Marketing Tipps & Tricks [1]: Buch-Blogger im Interview

Heute präsentiere ich euch ein Gespräch mit vier Bloggerinnen, die sich auf Bücher und Rezensionen spezialisiert haben. Insbesondere für Autoren, die Self-Publishing betreiben, ist der Kontakt zu Buch-Bloggern interessant. Sie erhalten dadurch eine Aufmerksamkeit, die sie nicht alleine erreichen könnten, und bekommen noch mehr direktes, professionelles Feedback für ihr Werk. Die Einblicke, die mir die vier lieben Frauen in ihr Hobby gewährt haben, waren sehr erhellend.

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Kommen wir zuletzt zu einem Thema, mit dem ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe:

Leseproben

Noemi Caruso bringt es in ihrem Blogbeitrag: Warum du unbedingt Leseproben von deinem Roman drucken und verteilen solltest schön auf den Punkt:

… das Marketing für kleine Budgets oder Ein-Mann-Betriebe (was schliesslich jeder Autor im Endeffekt ist), [wird] immer wichtiger. Man muss aus der Menge herausstechen und um jeden Preis auffallen, doch eben genau der Preis ist häufig der Punkt, wo die ersten Autoren scheitern, da man vor dem Verkaufsstart nicht unbedingt viel Geld zur Verfügung hat.

Deswegen eignen sich Leseproben, die für 1-2 Euro das Stück erhältlich sind, wenn in grösseren Mengen gedruckt sogar noch günstiger.

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Ich kann mich Noemis Aufforderung nur vollumfänglich anschließen – bis auf den Punkt drucken

… denn angesichts des Graswurzel-Marketings, das ich betreibe, macht es einfach keinen Sinn, Leseproben-Auflagen im Wert von 50, 100 oder gar mehr Euro zu verteilen, was meine monatlichen Einnahmen weitaus übersteigen würde.

Dennoch habe ich die belebende Wirkung von Leseproben am eigenen Projekt feststellen können!

Mein Verlagsdebüt »Die 13. Jungfrau« war nach der einmaligen Preisaktion zur Leipziger Buchmesse sang- und klanglos in einen absatztechnischen Dornröschenschlaf gefallen.

Als ich mich im August entschied, das Prequel zur Schildmaid-Saga »Weihnachten auf Luxulyan – Anfänge der Schildmaid« als Testballon für die anstehende Veröffentlichung von »Falkenherz – Bewährung der Schildmaid« zu benutzen, verfiel ich auf die Idee, genau den Teil der »Jungfrau«, der bei Amazon beim »Blick ins Buch« gezeigt wird, als digitale Leseprobe hinten an den Text des Kurzromans anzuhängen – versehen mit einem Link zur Bestell-Seite.

Mit durchschlagendem Erfolg! Die digitale Leseprobe entpuppte sich als genau jener Prinz in schimmernder Rüstung auf dem hohen Ross, den ich eigentlich ins Reich der Sagen und Mythen verdamme, schließlich schreibe ich ja über eine Schildmaid, die nicht gerettet werden muss.

Dennoch: Die Verkaufszahlen lassen vermuten, dass ungefähr jeder 4. Leser des Prequels – animiert von der angehängten Leseprobe – dann auch bei der Verlagsveröffentlichung zugreift (obwohl sie nach wie vor extrem hochpreisig daherkommt).

Zum Abschluss noch ein Tipp, den ich zwar im Rahmen der Artikelserie bereits schon einmal gegeben habe, der es aber verdient hat, wiederholt zu werden:

Vernetzt euch! (So, wie ich es bei diesem Blogartikel bspw. tue, indem ich auf passende Beiträge verweise.)

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