Aus dem Fundus der Autorin: Der wahre Grund für Wikingerüberfälle

Der wahre Grund, den dieser Artikel als möglichen Auslöser aufzeigt, passt derart gut zu meinem Motto, dass ich nicht umhin komme, ihn euch zu präsentieren.

Denn ich habe es ja schon immer gewusst, und bereits den Held meines, im Herbst 2013 begonnenen Erstlings aus einem einzigen Grund auf „Glücksfahrt“ gehen lassen:

Wikinger im Herzen!

Inzwischen sind anscheinend auch die Experten dahintergekommen. ‚
Ob sie meine Bücher gelesen haben?

The real reason for Viking raids: Shortage of eligible women?

by Charles Q. Choi Live Science Contributor – Published November, 25, 2016

For all their infamous raiding and plundering, the Vikings who attacked from Scandinavia might have been just a bunch of lonely-hearted bachelors, new research suggests.

zum Artikel auf foxnews.com ->

In der Folge meine Übersetzung von Auszügen – sowie meine Gedanken dazu

Der wahre Grund für Wikingerüberfälle: Knappheit an in Frage kommenden Frauen?

So berüchtigt für alle ihre Überfälle und Plünderungen wie sie sind, könnten die Wikinger, die von Skandinavien aus angegriffen haben, doch nur ein Haufen Junggesellen mit einsamem Herzen gewesen sein – dies schlägt die neueste Forschung vor.

Tja, da haben es die Forscher also auch schon gemerkt.

Dabei legte ich doch bereits 2013 (siehe oben) Hreimur, dem Held meines noch namenlosen Erstlings, in den Mund, dass er sich einzig deshalb den dänischen Truppen zur „Glücksfahrt“ angeschlossen hatte, weil er sein spärliches Einkommen als Kaufmannsgehilfe ihm erst im reifen Alter, nach langem Sparen, ermöglicht hätte, den obligatorischen Brautpreis zu entrichten, der seinerzeit für Dänemark auf mindestens 8 Pfund Silber festgelegt war (in anderen skandinavischen Regionen teilweise bis zu 12 Pfund Silber).

Eine horrende Summe, wenn sich der Leser meines Debüts Die 13. Jungfrau in Erinnerung ruft, dass der Aufbruch der Reisegruppe aus Köln daran scheiterte, dass ich die geschäftstüchtigen Rheinländer den damals üblichen Kaufpreis für eingerittene Pferde von 1 Pfund Silber kräftig anziehen ließ.

Zudem kamen auf den künftigen Bräutigam bzw. dessen Familie noch weitere Kosten zu, abgesehen vom rauschenden, meist mehrtägig begangenen Hochzeitsfest werden alle, die Falkenherz – Bewährung der Schildmaid gelesen haben, sich daran erinnern, dass Melwyn einen Betrag in Höhe der Hälfte des Brautpreises als Morgengabe erhielt – womit in Dänemark eine Ehefrau mindestens ebensoviel kostete, wie 12 eingerittene Pferde oder ebensoviele männliche Sklaven.

Im Gegenzug – ich lege diese Erkenntnis in Falkenherz Ifill in den Mund – bot die erfolgreiche Verheiratung von Töchtern natürlich einen wirtschaftlichen Vorteil für die Familie, und somit auch für deren Brüder.

(Memo an mich selbst: Beim Schreiben dieser Worte zuckt im Stirnhirn eine Plotidee auf. Im Gegensatz zu dem in Märchen weit verbreiteten  Brauch, dass erst für die älteste Tochter ein Mann gefunden werden muss, ehe die Jüngere – verliebte – heiraten darf, könnte es doch interessant sein, die Bemühungen eines jütländischen Bauernerben zu verfolgen, der, um ausreichend Silber zu erwirtschaften, damit er die von ihm Angebetete freien kann, erst einmal seine beiden etwas widerspenstigen Schwestern unter die Haube bringen muss …)

Looking for love

The idea that an excess of single young men led to Viking raiding is one of the oldest explanations for the Viking Age, put forward about 1,000 years ago by historian Dudo of St. Quentin in his tome „History of the Normans.“

Meine Übersetzung und Gedanken dazu:

Auf der Suche nach Liebe

Die Idee, dass ein Übermaß an einzelnen jungen Männern zu Wikinger-Raid geführt hat, ist eine der ältesten Erklärungen für die Wikingerzeit, die der Historiker Dudo von St. Quentin vor etwa 1000 Jahren in seinem Folianten „Geschichte der Normannen“ vorgestellt hat.

Da eine – gesetzmäßig angetraute – Braut so teuer zu stehen kam, hätte (und hatte) sich manch ein Junggeselle ohne ausreichende Barschaft vielleicht gedacht, er könne sein Verlangen nach Liebe, Nähe und rechtmäßigen Nachkommen vielleicht dadurch decken, dass er kurzerhand eine Sklavin zur Bett- und Tischgenossin erwählt.

Gemessen an den Auslagen für eine frei geborene Braut kann der Kaufpreis für eine Sklavin mit gerade mal einem halben Pfund Silber (wir erinnern uns an das Gefeilsche um Melwyn in Die 13. Jungfrau?) geradezu spottbillig genannt werden – allerdings schoben die Sitten der Dänen dieser Praxis (wie sie übrigens Ifill von seinen Kameraden im  gleichen Buch unterstellt wird) einen Riegel vor.

Denn zumindest im dänischen Mutterland haftete den Nachkommen eines oder einer im Sklavenstand geborenen selbst nach Freilassung noch bis in die zweite Generation der Makel einer Freiheit zweiter Klasse an.

Wie man sieht – viele Gründe, die dafür sprachen, plundering for love zu begehen.

Und ein 100%iger Beleg für mein Motto

Wikinger im Herzen

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